Konzept der Chemiedidaktik


"Naturwissenschaftliche Grundbildung ist die Fähigkeit, naturwissenschaftliches Wissen anzuwenden, naturwissenschaftliche Fragen zu erkennen und aus Belegen Schlussfolgerungen zu ziehen, um Entscheidungen zu verstehen und zu treffen, die die natürliche Welt und die durch menschliches Handeln an ihr vorgenommenen Veränderungen betreffen." (PISA)

Diese Fähigkeit fehlt Schülerinnen und Schülern jedoch oftmals, und damit auch die Lust, Naturwissenschaften als unverzichtbaren Teil des Lebens wahrzunehmen. Kein Wunder also, wenn das Fach Chemie als Teil der Naturwissenschaften auf einem der letzten Plätze in der Beliebtheitsskala der Schülerinnen und Schüler zu finden ist.

Einen Beitrag zur Verbesserung der Naturwissenschaftlichen Grundbildung kann das
Nürnberg-Erlanger-Schüler- und Schülerinnen-Labor (oder kurz NESSI-Lab) leisten.

"Bereits im Vorschulalter nehmen Kinder an den Dingen ihrer Umgebung Anteil und versuchen, die Zusammenhänge ihres Umfelds zu ergründen. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass sogar schon bei Drei- bis Fünfjährigen die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für einen Zugang zu naturwissenschaftlichen Phänomenen angelegt sind." (G. Lück)

An diese Erkenntnisse anknüpfend bietet das NESSI-Lab altersgerechte Experimente und Erklärungen für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6, und zum Teil auch für Kindergartenkinder, in den Räumen der Universität Erlangen - Nürnberg an. Einmal jede Woche können Klassen mit ihrer Lehrkraft in einem Chemielabor selbst experimentieren und alltägliche naturwissenschaftliche Zusammenhänge erkennen und verstehen. In Zusammenarbeit mit der Physik und der Biologie sind sinnvolle und erkenntnisreiche Veranstaltungen realisierbar, die den Schülerinnen und Schülern elementare naturwissenschaftliche Zusammenhänge unter praktischen Bedingungen näherbringen und erklärbar machen. Aber nicht nur für Schülerinnen und Schüler leistet das NESSI-Lab einen wichtigen Beitrag, sondern auch für die angehenden Lehrkräfte: Die Veranstaltung ist zugleich eine Lehrveranstaltung im Lehrangebot der Chemie, in der die Studentinnen und Studenten erste praktische Erfahrungen im Umgang mit Schulkindern machen können, müssen sie ja die Betreuung der entwickelten Experimente und den jungen Experimentatoren übernehmen und Zusammenhänge kindgerecht erläutern.

Begonnen hat das NESSI-Lab bereits 2005 im Rahmen der "Langen Nacht der Wissenschaften" kurz nach der Rufannahme von Prof. Dr. Andreas Kometz, der in Oldenburg mit dem Projekt "Chemol" bereits gute Erfahrungen mit einem Schülerlabor machen konnte. Die offizielle Eröffnung fand im Beisein des damaligen Staatssekretärs im Kultusministerium Karl Freller am 14. Juni 2007 in Nürnberg statt.

 

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